Landesverein Badische Heimat e.V.

Der Erste Weltkrieg in Frankreich

9.5.14

Der Krieg

Von August 1914 bis November 1918 war Frankreich der Schauplatz des mörderischsten und verheerendsten Krieges, den die Menschheit bis dahin gekannt hatte. Fünf Jahre lang standen sich von der Nordsee bis zur Schweizer Grenze entlang einer 1.000 km langen Kriegsfront Millionen französische, deutsche, britische, kanadische, australische, neuseeländische, amerikanische, russische, senegalesische und noch viele andere Soldaten aller fünf Kontinente gegenüber, die sich mit den damals modernsten und schärfsten Waffen fast täglich bekämpften. Ihr Kämpfen und Sterben hat den französischen Boden auf immer geprägt und ist heute Teil der kollektiven Erinnerung, gleichzeitig wurden dadurch auch unsere gegenwärtigen Hoffnungen auf einen internationalen Frieden genährt.

Ab Herbst 1914, einige Wochen nach der Invasion der deutschen Armee, kam der Bewegungskrieg zum Erliegen, da die Kriegstruppen mit den anhaltenden Widerstand des Gegners nicht gerechnet hatten. In den Ebenen des französischen Nordens und der Champagne, in den Wäldern Lothringens und im Vogesengebirge vergruben sich die Soldaten in den Schützengräben, in denen sie sich gerade befanden. Der Krieg nimmt somit eine andere Form an: die Gräben der beiden feindlichen Stellungen, die nur wenige 100 m (manchmal sogar weniger) voneinander entfernt sind, werden zu wahren unterirdischen Netzwerken ausgebaut. Große verlustreiche Offensiven werden geführt, um den Gegner zum Aufgeben zu zwingen, wie in der Provinz Artois 1915, bei Verdun und an der Somme 1916 und im Departement Aisne 1917.

Aber keine Seite kann erfolgreich die Front des Gegners durchbrechen, bis zu den deutschen Offensiven und den Gegenoffensiven der Alliierten 1918. In Wirklichkeit hat sich ein Zermürbungskrieg entwickelt, bei dem die Soldaten in regelmäßigen Abständen Artilleriegeschosse, handstreichartige Überfälle, Minenexplosionen und ermüdende Wartezeiten ertragen müssen. Neue Waffen wie die Luftartillerie werden zunehmend perfektioniert, andere werden erstmals eingesetzt: Panzer und - die hinterhältigsten und verheerendsten von allen - chemische Kampfgase.

Diese Waffengewalt verursachte ein Massensterben, dessen Spuren heute noch in den Landschaften der französischen Regionen der Kriegsfront ersichtlich sind. Von Nord-Pas de Calais bis ins Elsass, über die Regionen Picardie, Champagne-Ardenne und Lothringen können die Besucher auf den unzähligen Spuren des Ersten Weltkrieges wandeln und in die Kriegsvergangenheit eintauchen: durch die Grabennetze und Granatenkrater im Vogesenwald streifen, in den riesigen Friedhöfen und Gedenkstätten von Artois eine Andacht einlegen, sich die Alltagsgegenstände im Historial de Péronne ansehen, die Festung von Pompelle in Reims oder jene von Leveau in Maubeuge besichtigen, die Steinbrüche und unterirdischen Galerien in den Departements Aisne und Oise erkunden oder einen Blick in die schwindelerregenden Tiefen der Sprenglöcher von La Boisselle oder Vauquois werfen.

Texte: www.atout-france.fr, www.rendezvousenfrance.com

 
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