Dossier

Landesverein Badische Heimat e.V.

Schwarzwald 2011

Baukultur Schwarzwald oder: Was hat Architektur mit Tourismus zu tun?

Langgezogene, tiefliegende Walmdächer, innen und außen Holz, Schindeln und Gemütlichkeit: So kennt man das typische Schwarzwälder Haus. Dass es auch anders zugehen kann in der Architektur, beweisen zahlreiche Architekten und Bauherren, die sich auf das Experiment Neues Bauen im Schwarzwald eingelassen haben.

(swtour) Im Oktober letzten Jahres wurde von der Architektenkammer Baden-Württemberg im Kammerbezirk Freiburg und dem Regierungspräsidium Freiburg erstmals der „Baukultur Schwarzwald Architekturpreis 2010 – Neues Bauen im Schwarzwald“ zur Förderung der regionalen Baukultur initiiert und ausgelobt. Insgesamt 45 von 167 eingereichten Arbeiten aus den sechs Bereichen Städtebau und Siedlungsentwicklung, Öffentliche Einrichtungen, Tourismus, Landwirtschaft und Landschaftspflege, Gewerbe und Industrie sowie Wohnen wurden im Regierungspräsidium Freiburg ausgezeichnet.

Was aber hat Architektur mit Tourismus zu tun? „Sehr viel“, sagt Christopher Krull, Geschäftsführer der Schwarzwald Tourismus GmbH (STG). „Die Menschen, die den Schwarzwald besuchen, haben ein Bild von ihm im Kopf, auch und insbesondere von der Architektur.“ Das alte traditionelle Schwarzwälder Bauernhaus mit langgezogenem Walmdach leistet heutigen modernen Ansprüchen nicht mehr genüge. Daher wird heute kaum mehr so gebaut. Zudem verschwinden die alten Höfe mehr und mehr oder werden, wenn sie nicht gerade unter Denkmalschutz gestellt sind, zunehmend überformt. Dies ist Grund genug, über Bauen in der Moderne und in der Zukunft nachzudenken. Für Krull „geht es darum, so zu bauen und zu modernisieren, dass erneut etwas Regionaltypisches dabei herauskommt. Etwas der Region zugehöriges – und nicht ein mediterraner Stil oder ein Allerweltsstil, der überall anzutreffen ist.“

Schwarzwälder Skimuseum in HInterzarten, ausgezeichnet für den vorbildlichen Umbau im Innern
Schwarzwälder Skimuseum in HInterzarten, ausgezeichnet für den vorbildlichen Umbau im Innern. © Schwarzwälder Skimuseum

Bereits im Vorfeld zur Preisverleihung hat sich die STG daher besonders gern engagiert, um Fragen über nachhaltiges regionaltypisches Bauen mitzudiskutieren und mit anzuregen. So war Heide Glasstetter, Bereichsleiterin Innenmarketing der STG, mit in der Jury im Bereich Tourismus. Die STG ist auch im Nachfeld zur Preisverleihung im Gespräch mit der Architektenkammer Freiburg, um ein Bewusstsein für regionaltypische Schwarzwälder Baukultur zu schärfen – bei den Architekten, bei den Hoteliers und Betrieben, um das Regionaltypische einerseits zu erhalten und es andererseits zielgruppengerecht so zu modernisieren, so dass der Gast sich wohl fühlt. Schließlich ist der Urlauber die Zielgruppe aller Umbauten, Neubauten und Modernisierungen im Bereich des Tourismusgewerbes.

Die ausgezeichneten Gebäude verdeutlichen, wie Tradition und Regionaltypisches mit Moderne und Nachhaltigkeit verknüpft werden kann. Sie leisten einen grundlegenden Beitrag zur Lebensqualität in der Region. Der Schwarzwald ist Lebens- und Arbeitsraum, ist Wirtschaftsstandort und touristisches Ziel. Besonderes Gewicht wurde daher im Auswahlverfahren auf die Besonderheiten des Schwarzwaldes, wie beispielsweise die Verwendung heimischer Materialien (wie z.B. Holz), und auf regionalbezogene Firmen bei der Bauphase gelegt.

Auf jeden Fall ist jedes dieser ausgezeichneten Projekte eine Reise wert.

Nachhaltigkeit und Beratung

Langfristig ist eine Kooperation mit allen für den Schwarzwald wirkenden Verbänden und Institutionen geplant, die das Bewusstsein für eine beispielgebende Baukultur am Leben erhält und nachhaltig fördert. Eine Fortführung des Architekturpreises Neues Bauen im Schwarzwald ist ebenfalls geplant.

Auch Betriebe, Hotels und Gastronomien, die ihr Haus umbauen oder erweitern wollen, können sich von kompetenten Architekten und Innenarchitekten beraten lassen, die die Brücke von Tradition und Modernität zielgruppengerecht im Hinblick auf die Gäste von heute und maßgeschneidert auf den einzelnen Betrieb schlagen können.

Tel.: 0761/288093. Architektenliste: www.akbw.de

AUSZEICHNUNGEN im Bereich Tourismus erhielten:

Neubau Ski-Brücke Feldberg
Architekt: Thoma, Lay, Buchler Architekten Partnerschaft, Todtnau
Bauherr: Stadt St. Blasien

Neubau Empfangsgebäude Vogtsbauernhof in Gutach
Architekt: Werkgruppe Lahr, Lahr
Bauherr: Landratsamt Ortenaukreis /Schwarzwälder Freilichtmuseum
www.vogtsbauernhof.org

Neubau Hotel "Die Halde" in Oberried-Hofsgrund
Architekt: Werkgruppe Lahr, Lahr
Bauherr: Bärbel und Peter Mogg
www.halde.com

Neubau Radon Revital Bad in Menzenschwand
Architekt: Detlef Sacker, Freiburg
Bauherr: Stadt St. Blasien
www.radonrevitalbad.de

Neubau Haus der Natur in Feldberg / und Außenanlagen
Architekt: Stollbert Architekten / Faktorgruen, Schramberg / Freiburg
Bauherr: Vermögen und Bau Ba-Wü, Amt Freiburg / Naturschutzzentrum Süd-SW
www.naturschutzzentren-bw.de

Umbau Skimuseum Hugenhof in Hinterzarten
Architekt: Theo Gremmelspacher, Hinterzarten
Bauherr: Gemeinde Hinterzarten
www.schwarzwaelder-skimuseum.de

WÜRDIGUNGEN im Bereich Tourismus wurden verliehen an:

Umbau MiMa Mineralien- und Mathematikmuseum in Oberwolfach
Planer: Schmider Planungsbüro, Oberwolfach
Bauherr: Gemeinde Oberwolfach
www.mima.museum

Neubau Servicegebäude "Segen Gottes" für das Besucherbergwerk in Haslach-Schnellingen
Architekt: Hättich & Faber, Haslach i.K.
Bauherr: Stadt Haslach i.K.
www.haslach.de/servlet/PB/menu/1232703_l1/index.html

Einen SONDERPREIS im Bereich Tourismus erhielt:

Neubau Eichbergturm bei Emmendingen
Statiker: Peter Lenz, Emmendingen
Bauherr: Verein Turmbau Eichberg
www.eichbergturm.de

Infos zu den Auszeichnungen:
www.akbw.de/kammer/baukultur-schwarzwald/artikel_5636.htm

 

Bild oben: Blick über Grunern auf Staufen.© Erich Spiegelhalter/TI Staufen
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