Dossier

Landesverein Badische Heimat e.V.

Schwarzwald 2011

Tourismusentwicklung 2010 im Schwarzwald

Jahresbilanz: Leichte Zuwächse bei den Übernachtungen, deutliches Plus bei den Gästeankünften und besonders starker Anstieg bei Gästen aus dem Ausland

Dreiseenbahn bei Seebrugg im Winter. Sie verbindet den Hoschwarzwald mit Freiburg.
Dreiseenbahn bei Seebrugg im Winter. Sie verbindet den Hoschwarzwald mit Freiburg. © DB Regio

Insgesamt sind für den Zeitraum von Januar bis November 6.280.395 Ankünfte und 17.982.021 Übernachtungen zu verzeichnen. Gegenüber dem Vorjahr 2009 bedeutet das 2010 ein Plus an 3,2 % Ankünften und 0,9 % mehr Übernachtungen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste im Schwarzwald beträgt nach wie vor 2,9 Tage, in Baden-Württemberg gesamt sind es 2,6.

Die meisten Urlauber, die von Januar bis November 2010 im Schwarzwald übernachteten, kamen aus Deutschland (14.276.577). Auch wenn die Deutschen die meisten Übernachtungen tätigen, ist ein leichter Rückgang von Minus 0,7 % im Vergleich zum Vorjahr zu beobachten, bei den Ankünften ist es jedoch ein Plus von 1,8 %.

Bei den ausländischen Gästen ist jedoch durchweg ein großer Zuwachs festzustellen: 7,4 % (1.549.862) bei den Ankünften und 7,3 % (3.705.444) bei den Übernachtungen sind es mehr als im Vorjahreszeitraum.

Vor allem sind es europäische Gäste aus den Nachbarländern, wie die Schweizer mit 895.979 (+ 6,0%), gefolgt von Niederländern mit 683.822 ÜN (+ 4,9 %). Frankreich belegt bei den Übernachtungszahlen den 3. Platz mit 368.174 (ein Plus von 7,4 % gegenüber 2009).

Zwischen Januar und November 2010 haben besonders die Städte zugelegt, wie z.B. Freiburg mit einem Plus von 2,8 % bei den Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahr (Ankünfte + 4,8 %) und Karlsruhe als Messe- und Einkaufsstadt sogar mit einer zweistelligen Zuwachszahl von Plus 21,2 % (Ankünfte + 13,7 %). Hier spielt ganz besonders der Konjunkturaufwind und die damit in Verbindung stehenden Geschäftsreisen eine große Rolle.

Erfreulich ist, dass die klassische Hotellerie am meisten von den Zuwächsen profitieren konnte. Weit oben in der Zuwachsrate stehen die Hotels mit + 4,5 % Ankünften, + 3,3 % Übernachtungen. Hotels garnis liegen bei + 4,2 (Ankünfte) und + 2,9 % (Übernachtungen). Auch Gasthöfe und Pensionen legten zu. Ein Minus ist hingegen bei den Campingplätzen erkennbar (- 0,9 % bei den Ankünften, - 1,5 % bei den Übernachtungen). Auch Erholungs- und Ferienheime sowie Vorsorge- und Rehakliniken haben Rückgänge hinzunehmen: Kliniken bei den Übernachtungen -2,6 % und die Heime - 2,7%.

Im Vergleich der drei Schwarzwaldgebiete Nord, Mitte und Süd haben von Januar bis November vor allem die Übernachtungen im Nordschwarzwald zugelegt mit + 3,2 %. Beim Mittleren Schwarzwald sind es – 1,0 % Übernachtungen, im Südschwarzwald + 0,5 % Übernachtungen.

Die Schwarzwald Tourismus GmbH geht davon aus, dass die Dezemberzahlen von 2010 wegen des schneereichen Winters noch eine leichte Verbesserung der Gesamtjahresbilanz bringen wird. Insgesamt handelt es sich damit um eine positive Bilanz mit leicht steigenden Übernachtungszahlen und einem doch deutlichem Anstieg der Gästeankünfte für den Schwarzwaldtourismus.

Besonders positiv zu verzeichnen ist, dass die Hauptprofiteure dieser Entwicklung die klassischen Hotels sind, welche mit einem Übernachtungsplus von 3,3% in allen Segmenten am besten abgeschnitten haben. Dies zeigt, dass in diesem Sektor die Trendwende für den Schwarzwald geschafft ist. Der Schwarzwald hat heute eine breite und gesunde Basis an guten Hotels, die in Qualität und Leistungsfähigkeit internationalem Standard nicht nur gerecht werden, sondern teilweise auch deutlich übertreffen.

Dies hat damit zu tun, dass nicht zuletzt die Investitionsbereitschaft auch durch die Umsatzsteuerreduzierung, aber auch die günstige Hypothekenzins-Situation Erweiterungsbauten, Anbauten und Modernisierungsmaßnahmen unterstützt haben.

Die guten Leitbetriebe haben dabei bereits vor Jahren Akzente, beispielsweise im Wellnessbereich, gesetzt, welche nun von den mittelständischen kleineren Hotels positiv nachvollzogen worden sind.

Auch in vielen Tourismusorten hat sich viel getan. So wurde die Infrastruktur deutlich verbessert, nicht zuletzt durch das Konjunkturprogramm der Bundesregierung. Diese Qualitätsverbesserung schlägt sich mittlerweile auch in der Statistik nieder. Vor allem aber profitiert der Schwarzwald durch einen zunehmend großen Zuspruch von ausländischen Gästen. Christopher Krull sieht dafür drei Gründe: „Der Schwarzwald genießt eine weltweit hohe Bekanntheit, wie kaum eine andere Region in Deutschland. Die geographische und verkehrsgünstige Lage im Herzen Europas bringt große Vorteile und drittens verstärkt die STG die Marketingaktivitäten in hohem Maße, welche zunehmend für eine verbesserte Imagesituation dieser Ferienregion gesorgt haben.“ Und er führt weiter aus: „Es hat sich eben auch im Ausland und vor allem bei unseren Nachbarn herumgesprochen, dass man im Schwarzwald hervorragende Qualität zu günstigen Preisen erhalten kann. Die Thermalbäder auch für Kurzzeiturlauber einen sehr hohen Service bieten, interessante Städte und Shoppingmöglichkeiten existieren, die Wander- und Sportinfrastruktur hervorragend ist und die Natur Bilderbuchcharakter besitzt.“

Für die Schwarzwald Tourismus GmbH zeigt sich damit auch, dass die Dachmarken-Kampagne „herz.erfrischend.echt“ schon jetzt - rückblickend gesehen - ein großer Erfolg war und ist. Auch die Besetzung der Marke mit den Profilthemen Wellness, Wandern, Mountainbike, Essen & Trinken brachte den erwünschten Erfolg.

Mit diesen Profilthemen und durch gemeinsame Anstrengungen mit dem Schwarzwaldverein, den Naturparken, den Orten in der Landschaft und in der Infrastruktur ist es der STG gelungen, Qualitäten zu schaffen, die auch im europäischen Vergleich ganz weit oben stehen. Trotz des demographischen Wandels und trotz der verstärkten Konkurrenzlage im globalen Tourismus ist der Schwarzwald Tourismus damit auch in Zukunft gut aufgestellt.

Die STG wird ihre Marken- und Marketingarbeit noch weiter ausbauen und zukünftig einen noch größeren Schwerpunkt auf die Auslandsmärkte, sowie die Zukunfts- und Erwartungsmärkte zu setzen. Die aktuellen statistischen Zahlen belegen, dass ein Zuwachs aus Israel mit 50% zu verzeichnen ist und auch China und Russland große Wachstumsmärkte sind.

 

Bild oben: Blick über Grunern auf Staufen.© Erich Spiegelhalter/TI Staufen
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