Mannheim

Regionalgruppe Mannheim

Dr. Kai Budde

*01.03.1953, Oberkonservator am Technoseum, Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim von 1986 bis 2013; im Vorstand der Regionalgruppe Mannheim der Badischen Heimat seit Juli 2011.

Kontakt:
L 11,9
68161 Mannheim
Tel. 0621 – 27150
E-Mail: budde@badische-heimat.de

Aktuelle Termine

Programm 1. Halbjahr 2019

Dr. Alexander Sigelen, Oberkonservator im TECHNOSEUM:

Führung durch die Ausstellung: „Fertig? Los! Die Geschichte von Sport & Technik“

Sport ist überall: im Sportverein, im Stadion, vor dem Fernseher und in der Werbung. Er begeistert, hat Fans und beeinflusst Moden. Der Sport hat großen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Einfluss, obwohl er in seiner modernen Ausprägung keine lange Geschichte hat. Seine Entwicklung ist eng mit der Industrialisierung und Technisierung der Welt seit dem 19. Jahrhundert verbunden, auch wenn seine Ursprünge bis in die Frühe Neuzeit reichen. Die Ausstellung inszeniert in sechs Kapiteln den Sport, seine Geschichte(n) und Technik(en): Von der Entwicklung des modernen Sports über den sportlichen Körper, die Sportgerätetechnik, die Leistungsmessung und den Zuschauersport bis hin zu Sport-Trends und Trend-Sport. Und die Ausstellung bewegt. Ausprobieren, Technik am eigenen Körper spüren – das gehört dazu.

Freitag, 15. März 2019 um 15.45 Uhr. Treffpunkt: Foyer Technoseum, Museumsstrasse 1. Beginn der Führung: 16.00 Uhr. Eintritt: Bis zu 20 Personen 9,- Euro pro Person, ab 20 Personen und darüber Pauschalpreis von 180,- Euro. 

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Sabine Pich, Stadt Mannheim:

Führung durch die ehemaligen Mannheimer Festungskasematten unter der Villa Mayer, L5, 1 (Universität)

Der einzige oberirdische Rest der Mannheimer Festung des 18. Jhdt. steht heute im Lauerschen Garten in M 6. Dagegen haben sich unterirdische Reste der Befestigung – die Kasematten – unter den Grundstücken von L5,1 und 2 erhalten. Hier befindet sich eine vollständig erhaltene Kasematte mit Schieß- und Pulverkammer der ehemaligen Bastion „St. Petrus“. Die Mannheimer Festung wurde im frühen 19. Jhdt. geschliffen. Auf dem ehemaligen Gelände südlich des Schlosses entstand das neue Quadrat L5 mit villenartiger Bebauung. Die ausführenden Architekten waren Joseph Köchler und Georg Anton Karch. Wegen der Hausbesitzer wurde das Viertel südlich des Schlosses auch als „Millionenviertel“ bezeichnet. Hier lebten u.a. Emil Mayer, Zigarrenfabrikant (L5,1), Konsul Alois Bender, Korkfabrikant, Firma im Jungbusch (L5,2), Paolo Giulini (L5,3), Bankier Adolf Goldmann, Gesellschafter eines Privatinstituts, daraus geht die Süddeutsche Bank hervor (L5,4), Rechtsanwalt Georg Selb, im Aufsichtsrat verschiedener Banken (L5,5) sowie Heinrich Vögele (Vater Firmenbegründer Joseph), Eisenbahngeräte seit 1936 (L5,6).

Das heute zur Universität Mannheim gehörende Haus L5,1 gehörte einst Emil Mayer (1848-1910). Mayer war auch Nationalliberaler Landtagsabgeordneter der Zweiten Badischen Kammer. Der Mayer‘sche Familienbesitz wurde 1934 „arisiert“. 1948 wurde die Villa in L5,1 an den einzigen Überlebenden Klaus Mayer zurückerstattet. Anfang der 1950er Jahre wanderte er mit seiner Frau nach Goodwood Adelaide aus; die Villa verkaufte er an den Rechtsanwalt August Geiger.

Freitag, 26. April 2019 um 15.45 Uhr Treffpunkt: Eingang der Villa Mayer, L5,1. Beginn der Führung: 16.00 Uhr. Eintritt ist frei.

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Diakonin Krüger/Pfarrer Krüger, Evangelische Kirchengemeinde Mannheim-Seckenheim:

Führung durch die Erlöserkirche

Die protestantische Erlöserkirche wurde zwischen 1866 und 1869 nach den Plänen des Kirchenarchitekten Hermann Behaghel errichtet. Sie stellt eine dreischiffige Emporenkirche im neugotischen Stil mit einem Eingangsturm dar.

Nachdem in Seckenheim die Reformation eingeführt worden war, wurde in der ehemaligen katholischen St. Aegidius-Kirche fast 100 Jahre lang der reformierte Gottesdienst gefeiert. Mit Einführung des Bergsträßer Rezesses von 1650 wurde die Aegidius-Kirche über 200 Jahre eine Simultankirche. Die Katholiken und Reformierten/Lutheraner teilten sich das Gotteshaus für ihre Gottesdienste, bis der Bau der Evangelisch-Protestantischen Kirche fertig gestellt war. 1869 wurde das neue Gotteshaus in der Seckenheimer Hauptstraße eingeweiht. Im Zweiten Weltkrieg wurde die protestantische Kirche kaum beschädigt und 1903 zum ersten Mal renoviert, eine weitere Innenrenovierung fand 1951 statt. Nun erhielt sie den Namen Erlöserkirche. Es folgten weitere Renovierungen.

Das Chorinnere ist geprägt von bunten Spitzbogenfenstern des neugotischen Baustils. Der 65 Meter hohe Turm hat ein gotisch verziertes Eingangsportal und im Vorraum des Turmes befindet sich ein Kriegerdenkmal von 1920. Die Empore besteht aus Holz und ist verziert mit „neugotischen Schnitzereien“. Seit 1955 befindet sich in der Kirche eine Klais Orgel der Firma Klais Orgelbau aus Bonn.

Mittwoch, 8. Mai 2019 um 16.50 Uhr. Treffpunkt: Seckenheimer Hauptstr. 135, schräg gegenüber vom ehemaligen Rathaus Eingangsbereich Kirche. Beginn der Führung: 17 Uhr.

Verkehrsverbindung: RNV (OEG) Linie 5 von Haltestelle Mannheim Hauptbahnhof Richtung Heidelberg zur Haltestelle Seckenheim Rathaus

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Andreas Mix, M.A., Leiter Ausstellungen, MARCHIVUM:

BUGA 75. Ein Fest verändert die Stadt

Die BUGA 75 war mehr als eine Leistungsschau des Gartenbaus. Mit dem Ausbau des Luisen- und Herzogenriedparks, der Bebauung des Neckarufers, dem Fernmeldeturm und der Siedlung Herzogenried leistete sie nachhaltige, aber auch umstrittene Beiträge zur modernen Stadtentwicklung Mannheims. Ein besonderer architektonischer Glanzpunkt war die Multihalle mit ihrer aufsehenerregenden Dachkonstruktion aus Holz. Ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm und Attraktionen wie der Aerobus, der die Standorte im Stadtraum miteinander verband, oder die Gondolettas im Luisenpark bescherten der BUGA einen außerordentlichen Erfolg. Mit mehr als 8,1 Millionen Besuchern zählt sie bis heute zu den erfolgreichsten Bundesgartenschauen. Die Ausstellung „BUGA 75. Ein Fest verändert die Stadt“ zeigt, welche Bedeutung die Bundesgartenschau 1975 für Mannheim hatte und wie das Ereignis heute erinnert wird. Außerdem wirft sie einen Blick voraus: 2023 wird Mannheim erneut eine Bundesgartenschau ausrichten.

Die Ausstellung präsentiert vielfältige Exponate wie 3D-Objekte, Fotos, Plakate, Ton- und Filmaufnahmen. Neben Objekten aus dem eigenen Bestand werden Leihgaben anderer Häuser sowie Schenkungen von Mannheimer Bürgerinnen und Bürgern gezeigt.

Mittwoch, 26. Juni 2019 um 15.45 Uhr. Treffpunkt: Eingang MARCHIVUM, Archivplatz 1. Beginn der Führung: 16.00 Uhr. Eintritt 5 EUR p.P.

Im Anschluss besteht die Möglichkeit, am Vortrag „Vom aktuellen Mannheimer Baugeschehen“, ab 18 Uhr im Friedrich-Walter-Saal des MARCHIVUM, teilzunehmen.