Am 21. April hatten wir die große Freude einen sehr interessanten bebilderten Vortrag unseres Vorstandsmitglieds Bernhard Winterhalter präsentiert zu bekommen, der die abenteuerliche Lebensgeschichte des Johann August Sutter erzählt, welcher im 19. Jahrhundert an der Westküste Amerikas den Goldrausch auslöste und vielen sicherlich auch als „Kaiser von Kalifornien“ bekannt sein wird.
Mit großer Akribie, Verständnis und persönlicher Hinwendung zur Person des aus Kandern stammenden Unternehmers und der geschichtlichen Hintergründe und Zusammenhänge hat Bernhard Winterhalter die abenteuerliche Lebensgeschichte eines europäischen Menschen gezeichnet, der in den harten von Umbrüchen geformten Zeiten des ausgehenden 19. Jahrhunderts sein Glück in Amerika suchte. Die schillernde, mutige und zugleich von ständigen Rückschlägen geprägte Persönlichkeit des Johann August Sutter hat durch schön ausgewählte historische wie auch aktuelle Bilder seines damaligen amerikanischen Domizils tiefen Eindruck hinterlassen.
An dieser Stelle möchte ich gerne noch auf unser nächstes Baden-Café im Mai hinweisen. Wie Sie schon unserem Programm entnehmen können, hält am 19. Mai um 15:30 Uhr die Kunsthistorikerin Adila Garbanzo Leon einen Bildvortrag mit dem Titel „Künstlerische Juwelen im Markgräflerland“ über die Grabdenkmäler Rudolfs III. Von Hachberg-Sausenberg und Annas von Freiburg-Neuenburg in der Röttler Kirche bei Lörrach. Zu dieser sicherlich sehr interessanten Veranstaltung möchten wir alle Freunde der Badischen Heimat nochmals herzlich einladen!
Bei der Mitgliederversammlung der Badischen Heimat, Regionalgruppe Schwetzingen am vergangenen Donnerstag, 5. Februar in Schwetzingen gab es neben viel Lob für die aktiven Mitglieder auch Neuwahlen. Der langjährige Vorsitzende, Dr. Volker Kronemayer, führte durch den ersten Teil der Sitzung und berichtete über das hochkarätige heimatgeschichtliche Vortrags- und Veranstaltungsprogramm der letzten zwei Jahre. Ein zeitgemäßer, entstaubter Heimatbegriff sei ihm wichtig. Heimat verstanden als ein Teil kultureller Identität mit der Vielfalt örtlicher und regionaler Traditionen. „Die Erforschung von Heimat, ihrer Traditionen und gesamtgesellschaftlicher Zusammenhänge ist eine hoch spannende Aufgabe für Jung und Alt. Heimat ist ein Erfahrungsraum, der bereits in der Kindheit entsteht“, fasste Kronemayer sein ehrenamtliches Lebenswerk zusammen und dankte allen Wegbegleitern.
Im zweiten Teil der Mitgliederversammlung fand die Wahl der neuen Vorstandsmitglieder statt. (s. Kasten) Im Anschluss daran dankten die Laudatoren Dieter Burkard, 2. Vorsitzender, und Dr. René Pöltl dem langjährigen Vorsitzenden für seinen engagierten kommunalen und regionalen Einsatz und sein herausragendes wissenschaftliches Engagement im Bereich der Heimatgeschichte. Dieter Burkard bot einen Überblick über das Wirken des Ersten Vorsitzenden. 1984 zum Beirat gewählt, übernahm Dr. Kronemayer ab 1994 für sagenhafte 32 Jahre den Vorstandsvorsitz nach der Ära Karl Wörn und später Alexander Lindinger. Bald darauf wurde er auch 2. Vorsitzender des Landesvereins in Freiburg mit vielfältigen landesweiten Aufgaben. Kronemayer initiierte mit dem Vorstand der Regionalgruppe Schwetzingen u.a. das viel beachtete Schimperjahr 2023, die Mitgliederversammlung des Landesvereins in Schwetzingen 2024, die Verantwortung für das große geschichtliche Sonderheft „Schwetzingen“ anlässlich der 1250-Jahrfeier Schwetzingens im Jahr 2015 sowie die Wanderausstellung „100 Jahre Badische Heimat“ im Jahr 2010. Dazu kam die Organisation/Mitorganisation vieler Mehrtagesfahrten und Tagesexkursionen sowie die maßgebliche Mitverantwortung für mehrere Ehrungen des unvergessenen Karl Fichtner. Oberbürgermeister a.D. Dr. René Pöltl sprach vom Wunder der Kontinuität und würdigte ausdrücklich das überaus große Engagement Kronemayers und der Badischen Heimat für das Wachhalten des Gedenkens an Johann Peter Hebel, der hier in Schwetzingen begraben ist. Hebels Bedeutung für die alemannische Literatur sei für Baden-Württemberg unbestritten. Der daraus entstandene freundschaftliche Austausch Schwetzingens zur Gemeinde Hausen im Wiesental sei ein Gewinn, so Pöltl.
Die neue Vorsitzende, Gundula Sprenger, ernannte Dr. Volker Kronemayer im Namen des gesamten Vorstands zum ersten Ehrenvorsitzenden der Regionalgruppe.
Der nächste öffentliche Vortrag mit vielen interessanten Bilddokumenten „Mannheim – Gestern und Heute“ findet am Donnerstag, 12.03.2026, 19.00 Uhr in Kooperation mit der Volkshochschule in Schwetzingen, Mannheimer Straße 29 statt. Die Badische Heimat freut sich auf zahlreiche Vortragsgäste und Geschichtsinteressierte.
Der neue Vorstand
- Vorsitzende: Gundula Sprenger, M.A.
- Vorsitzender: Dieter Burkard
Kassiererin: Monika Veit
Schriftführerin: Irmgard Winkler
Beiräte: Gabi Bartz-Meyer
Uwe Heidenreich
Dr. Volker Kronemayer
Lars Maurer
Alfred Neubrand
Andreas Moosbrugger
Dr. René Pöltl
Bruno Rafflewski
Wie unser Landesvorsitzender Sven von Ungern-Sternberg im Editorial zum neuen Heft angekündigt hat, endete mit diesem Heft die redaktionelle Gesamtverantwortung von Prof. Dr. Gerd Friedrich Hepp.
Er habe in den letzten drei Jahren dieses Amt mit großem Zeitaufwand, Fleiß, Ideenreichtum und Sachverstand ausgeübt – völlig ehrenamtlich, so von Ungern-Sternberg. Aus Altersgründen ziehe er sich nun aus dem zeitaufwändigen Geschäft als Redaktionsleiter zurück. Um die Arbeit dennoch auf hohem Niveau weiterführen zu können, werde Herr Michael Kohler, der bisher schon in die Redaktionsarbeit eingebunden war, das Amt übernehmen, allerdings nicht mehr ehrenamtlich, sondern gegen Vergütung. Als künftiger „Chefredakteur“ werde Herr Kohler ab Heft 1/2026 für die Redaktionsleitung insgesamt verantwortlich sein. Hepp werde aber weiterhin für den Vorstand in eingeschränktem Rahmen beratend tätig bleiben und sich für die Zeitschrift einbringen, so der Landesvorsitzende.
Eine kleine, aber feine Ausstellung lohnt den Besuch des Regierungspräsidiums Freiburg in der Kaiser-Joseph-Str. 167 („Basler Hof“): Dort zeigt das Landesamt für Denkmalpflege in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Ebringen bis zum 23. Januar 2026 Informationen und Fundstücke zum Thema „Ebringen 1825“. Diese Jahreszahl markiert den Beginn der archäologischen Formung in Südbaden; damals, vor 200 Jahren, hatte der Theologe und Historiker Heinrich Schreiber im Zuge einer ersten wissenschaftlichen Ausgrabung eines frühmittelalterlichen Gräberfeldes gut 100 Bestattungen erforscht und im Jahr 1826 dazu wissenschaftlich publiziert. Schreibers Ausgrabungen und die Publikation gelten als eine Geburtsstunde der archäologischen Denkmalpflege in Baden-Württemberg und als Meilensteine der archäologischen Forschung, was Prof. Dr. Claus Wolf, Präsident des Landesdenkmalamtes bei der Eröffnung würdigte. „Als Autodidakt hat Schreiber sie unter Berücksichtigung vieler bis heute gültige Kriterien durchgeführt und zeitnah publiziert. Damit hat er Maßstäbe gesetzt, die in vielen Bereichen der archäologischen Denkmalpflege bis heute Geltung haben“, so Wolf. In der Ausstellung sind Teile der Grabbeigaben und einer Nachgrabung im Jahr 1991 wie Waffen, Gürtelteile, Schmuck, eine sehr seltene Haarnadel sowie Halsketten aus Glas und Bernstein zu sehen, Bild- und Schrifttafeln liefern die notwendigen Begleitinformationen.
Außerdem erbrachte eine Sichtung und Bewertung von Schrifttum aus dem Nachlass von Heinrich Schreiber im Stadtarchiv Freiburg neue Ergebnisse zur Fund- und Forschungsgeschichte sowie zum Ablauf der Grabung 1825. Dies erfolgte im Rahmen einer studentischen Übung in den Jahren 2024 und 2025 am Institut für Ur- und Frühgeschichte, geleitet von Dr. Luisa Radohs, Dr. Andreas Haasis-Berner und Dr. Bertram Jenisch. Die Konzeption der Ausstellung erarbeiteten Dr. Christel Bücker und Dr. Michael Hoeper, Archäologiewerkstatt im Landesdenkmalamt.
Die Ausstellung ist bis zum 23. Januar 2026 von Montag bis Freitag zwischen 8.00 Uhr und 18.00 Uhr kostenfrei im Foyer des „Basler Hofes“, Kaiser-Joseph-Str. 167 in Freiburg, zu sehen. Eine Vortragsreihe und Führungen unter der Regie des „Alemannischen Institutes“ ergänzen das Angebot (siehe www.alemannisches-institut.de). Voraussichtlich ab März 2026 wird die Ausstellung in das Schloss Ebringen umziehen.
Am 21.10.2025 hat der Freiburger Regierungspräsident im Bernardussaal in Elzach-Yach fünf Ehrennadeln des Arbeitskreises Alemannische Heimat für ehrenamtliche Verdienste um die Heimatpflege verliehen. Bei einer Feierstunde im Yacher Dorfgemeinschaftshaus zeichnete Carsten Gabbert zusammen mit dem Vorsitzenden des Arbeitskreises, Bernhard Fehrenbach, folgende Personen aus:
- Claus-Michael Hoch aus Elzach-Yach
- Hildegard Welle aus Hausach
- Josef Ritter aus March-Hugstetten
- Waltraud Schoch aus Wolfach und
- Ursula Hülse aus Denzlingen
Die Geehrten sind in der Heimat- und Brauchtumspflege, dem Trachtenwesen und dem Trachtentanz, bei der Heimatforschung oder dem Aufbau und Betrieb eines Heimatmuseums aktiv. Anlässlich der Verleihung kamen aus dem gesamten Regierungsbezirk Freiburg Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden und Vereinen der Heimat- und Brauchtumspflege in den beschaulichen Ortsteil von Elzach.
