Ein Vortrag von Dr. Dirk Hecht
Alfred Graf von Oberndorff war Spitzendiplomat im späten Kaiserreich und in der frühen Weimarer Republik. Höhepunkt seiner diplomatischen Karriere
war die Mitunterzeichnung des Waffenstillstandsvertrages am 11. November 1918 bei den Waffenstillstandsverhandlungen im Wald von Compiègne, an
denen er als Vertreter des Auswärtigen Amtes teilnahm. Das brachte ihm den Hass der rechtsgerichteten Nationalisten ein, welche die Friedensmacher
als „Novemberverbrecher“ brandmarkten. Dies prägte sein späteres Leben. Als Diplomat hat Oberndorff an vielen Stellen der Welt Dienst getan. Nachdem
er 1921 aus dem Auswärtigen Amt ausgeschieden war, widmete er sich der deutsch-französischen Versöhnung. Er war Mitbegründer des Deutsch-Französischen Studienkomitees, das die Annäherung der wirtschaftlichen, kulturellen und administrativen Eliten zur Aufgabe hatte. Oberndorff „floh“ vor den Nationalsozialisten erst ins Saarland und schließlich nach Luxemburg. Er starb 92-jährig in Heidelberg.
Schwetzingen, Volkshochschule • Dienstag,
19.01.27, 19.00-20.30 Uhr • 8,- EUR Abendkasse • Für Mitglieder der Badischen Heimat ist gegen Vorlage des Vereinsausweises der Eintritt frei

